Mittwoch, 22. Januar 2014

Exotischer Reissalat " Sámara"

Habt ihr auch ein "emergency food", das ihr immer in der hintersten Ecke eures Küchenschranks aufbewahrt und das dort oft monatelang auf seinen lebensrettenden Auftritt wartet ?
Bei uns ist das der gute, alte Thunfisch aus der Dose.
Auf den bin ich neulich beim Putzen gestoßen und sofort waren 1000 Bilder in meinem Kopf:

Ich sehe meinen Freund und mich, todmüde und doch aufgedreht, als wir mitten in der Nacht vom letzten Spanienurlaub  heimgekehrt sind, um einen leeren Kühlschrank vorzufinden:
 " Warte Schatz, wir haben doch noch irgendwo ne Dose Thunfisch".
Dazu saurer Rotwein, alte Cracker und unter jeder Menge Gelächter den Urlaub revue passieren lassen. - Klassisches Dosenthunfisch-Szenario.
I love it.

Bei der Hochwasserkathastrophe in Passau von 2013 hat uns der "Emergency-Tuna" sogar vom grausamen Hungertod gerettet, als wir geschlagene 2 Tage vom Rest der Welt, und so auch vom Edeka von gegenüber abgeschnitten waren. Seitdem besteh ich darauf, dass wir IMMER IMMER IMMER mindestens eine Dose im Haus haben. Mein Schatz nennt mich liebvoll den "Tuna Nazi". Aber der kommt auch aus einer kanadischen Großstadt, wo du per Mausklick 24/7 deinen Wocheneinkauf von barbusigen Blondinen ins Haus geliefert bekommen kannst.
 So what - wir Deutschen lagern Dinge halt gerne! Das ist wohl etwas, was wir von unseren kriegserfahrenen Großeltern vermittelt bekommen.

Und dann gabs dann noch den Thunfisch-Skandal von Januar 2014, als ich hungrig wie ein Wolf am Sonntag Abend von einem Wochenendsausflug heimgekehrt bin - in Vorfreude jetzt die lang gebunkerte Dose Thunfisch aufzumachen und dann ausreichend gesättigt in mein Bett fallen zu können! Kaum sperr ich die Tür auf, schägt mir schon ein verdächtiger Duft entgegen....
- " Schatz, sag mir jetzt bitte NICHT du hast den emergency Thunfisch gefressen!!!"
-" Erst mal willkommen zuhause Schatz, ähhh ja sorry hab vergessen das in Deutschland am Sonntag alle Supermärkte zuhaben. War nichts mehr da und ich hat so Hunger!"
Danach folgte eine langatmige Predigt über die "Unabdingbarkeit der Dose Thunfisch für Notfälle wie diesen" und der " Notwendigkeit die deutschen Öffnungszeiten von lebenswichtigen Lebensmittelversorgern zu verinnerlichen".
Am nächsten Tag überrascht er mich mit einer Tüte Thunfischdosen!
Der Vorfall ging als "Tuna-Gate 2014" in unsre Beziehungsgeschichte ein.


Naja und als ich diese Dose Thunfisch dann in der Hand hielt, dachte ich, es wäre höchste Zeit demselben heute ein kulinarisches Denkmal zu setzten. Soviel, wie wir gemeinsam erlebt haben! Und da hatte ich eh schon lange eine Idee im Kopf.

Schuuuuum Themawechsel: Wir sind jetzt, fernab von Hochwasserstories und Thunfischdosentalk an der sonnigen Pazifikküste Costa Ricas. In einem verschlafenen Surferort namens Sámara!
Denn da habe ich mal in einer wildromantischen Surfer-Spelunke einen weltklasse Thunfisch Reissalat gegessen und mir auf der Rückseite der Visitenkarte eine Notiz dazu gemacht. Die hab ich neulich gefunden und geboren war die Idee.
Erinnern konnte ich mich nur an Mandarinorangen, Thunfisch und ein cremiges Dressing mit Koriandernote. Die Zugabe von Äpfeln und Sellerie gibt dem Ganzen eine frische Note und eine wunderbare fruchtig, knackige Textur!


exotischer Reissalat mit Mandarinen und Thunfisch


Das ist wirklich typische Surferkost: Nährstoffreich, erfrischend an heißen Tagen und  liegt nicht zu schwer im Magen! Diese Kombi kann auch jeder Nicht-Surfer nach einem anstrengenden Tag - strapaziert vom Rauf und Runter der Wellen des Alltags - gebrauchen!

Für meinen Reissalat braucht ihr (3 -4 Personen)

1/2 Zwiebel
1 Kochbeutel Reis
1 Dose Thunfisch
1 Becher Saure Sahne
1 milde Chilischote
2 Stangen Sellerie, gewürfelt
1/4 Gurke, gewürfelt ohne Kernteil (wässert)
1 Karotte, gewürfelt
1 Bund Frühlingszwiebel
1 grüner Apfel , gewürfelt
1 Dose Mandarinorangen, abgetropft
1 Tl gemahlenen Koriander
evtl etwas Curry
etwas frischer Ingwer (1,5 cm)

Den Reis kocht ihr nach Packungsanweisung. Die Saure Sahne gebt ihr mit Salz, etwas Zucker, dem Chili, dem Ingwer und dem Koriander in den Foodprocessor und püriert das zu einer würzigen Soße. Die Zwiebel würfelt ihr und schwitzt sie in etwas Öl an. Dazu gebt ihr die Karotte und dann nach und nach den Sellerie und die Frühlingszwiebel. Das Gemüse soll noch knackig sein! Nun gebt ihr den Reis dazu und ein bisschen von dem Saft der Mandarinorangen. Wirklich nur ein Schuss! Jetzt kommen der Thunfisch, die Äpfel , Gurke und die Mandarinorangen dazu. Das ganze vermengt ihr Reis und Dressing miteinander und lasst den Salat schön durchziehen, bis der Reis das ganze Dressing absorbiert hat. Schmeckt ihn noch nach belieben mit mehr Salz und evtl etwas Chilisauce ab!

Und schon könnt ihr schlemmen wie in der Surfer -Spelunke! Lasst es euch schmecken!






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